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Wo beginnt die Wissenschaft: Bei den Tatsachen oder beim (abstrakten) Modell?

Autor: Paul Simek
Denn Ideen haben und wahrnehmen ist ein und dasselbe.
John Locke, ein Hauptvertreter des britischen Empirismus und politischer Philosoph
Die Naturwissenschaften finden immer nur das durch Beobachtung, was sie suchen, aber nichts darüber hinaus. Insbesondere finden sie durch Beobachtungen niemals, wonach sie suchen können oder suchen sollen.
Peter Janich, ein deutscher Wissenschaftstheoretiker

Der Streit darüber, ob das Wissen in der Erfahrung oder im Kopf beginnt, ist sehr alt. Schon die antiken Philosophen haben darüber disputiert. In den Naturwissenschaften ist diese Frage spätestens seit einem Jahrhundert endgültig geklärt und wird nicht mehr gestellt. In den Sozialwissenschaften ist dem aber nicht so. Es werden nach wie vor die immer gleichen uralten Positionen in der neuen Aufmachung vorgetragen, was vor allem damit zu tun hat, dass diese Wissenschaften immer noch keine richtigen Erfolge vorzeigen können, aus denen belastbare Schlussfolgerungen gefasst werden könnten, schließlich auch darüber nicht, ob die Erkenntnis in der Empirie oder in der Vernunft beginnt. Die Wirtschaftswissenschaft ist das beste Beispiel einer solchen erfolglosen Wissenschaft, so dass man weiter leidenschaftlich darüber streiten kann, was richtig sei. Sollte man sich bessere Tatsachen oder bessere Theorien suchen, oder genauer ausgedrückt: Sollte man empirisch bzw. induktiv, oder analytisch bzw. deduktiv vorgehen? Schon ein flüchtiger Blick auf die neoliberale Theorie lässt diese methodische Spaltung und Verwirrung leicht erkennen.

Der bekannteste Vertreter der empirischen Methode in der neoliberalen Theorie ist zweifellos Hayek. Für ihn ist die Wissenschaft eine im Grunde sehr einfache Angelegenheit. Sie hat vor allem mit den unmittelbaren praktischen Tatsachen zu tun, die unabhängig von uns einfach da sind, griffbereit vor unserer Nase. Man braucht sich nur zu bedienen. Die Tatsachen werden nach dieser Auffassung entdeckt, im echten Sinne des Wortes entdecken, wie etwa bei der Entdeckung eines Steinpilzes bei beiseite geschobenem Laub. Man fügt eventuell noch hinzu, dass man neben einem flinken und scharfen Auge auch ein bisschen gesunden Menschenverstand nötig habe. Aber dies wäre dann schon alles. mehr…

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